Meine Name ist Ingo Weirich und ich wohne in Bosen am Bostalsee. Seit Beginn der Planungen für die Mega-Windenergieanlagen in den Erholungswald Priesberg am nord-westlichen Ortsrand von Bosen kämpfe ich gegen deren Errichtung. Meine Gründe hierzu: Durch diese Anlagen wird das Tourismusgebiet (hier im Besonderen das große Erholungs und Wandergebiet Priesberg) massiv entwertet, schon durch die Rodungen, die etwa 5 große Fussballfelder ausmachen. Zudem wurden ca. 5 Kilometer vormals idyllischer Waldwanderwege in 6-30 Meter breite geschotterte Industrietrassen umgewandelt. Auch befürchtete ich den Schaden, den die fünf 200 Meter hohen Industrieanlagen unseren Vögeln, Fledermäusen, sonstigen Wildtieren und nicht zuletzt uns hier lebenden Menschen zufügen würden.

Nun laufen die Anlagen ca. eine Woche und der Schaden ist noch viel stärker als vormals gedacht:

Als erstes bemerkten die Anwohner eine beträchtliche akustische Lautstärke, bei der man weder bei geschlossenem wie auch geöffnetem Fenster nicht mehr richtig schlafen kann. Das geht soweit, dass mir bekannte Anlieger von Wegzug reden und ihren Lebensabend hier nicht mehr verbringen wollen oder können. Wohlgemerkt reden wir hier von einem Teil des saarländischen Vorzeige-Tourismusprojektes Bostalsee.

Inmitten des Priesbergs ergaben sich Schallmessungen zwischen 60 und 80 Dezibel. Das ist in etwa so laut wie der Frankfurter Flughafen, allerdings nur bei den Starts der Maschinen.
Hier am Bostalsee bleibt die Lautstärke annähernd konstant hoch, eine Katastrophe für Mensch und Tier. Da hören Sie keinen Vogel mehr pfeifen! -

Heute Nacht habe ich erstmals wissentlich den Infraschall kennengelernt. Ich dachte mir, schließ mal dein Schlafzimmerfenster, da durch den starken Wind die Blätter im Garten zu stark rauschten. Ca. um 4 Uhr bin ich dann wach geworden und konnte nicht mehr einschlafen. Im Zimmer war es sehr ruhig, allerdings vernahm ich ein leises wummerndes Hintergrundbrummen. Dieses Geräusch hat sich zeitweise angefühlt, als würde das Gehirn vibrieren. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken.

Jetzt sitz ich hier übermüdet am Frühstückstisch, habe Kopfschmerzen und denke an all die guten Menschen, die keinen Atomstrom mehr haben wollen und an die anderen guten Menschen, die Millionen Euro daran verdienen, die aber logischerweise nicht hier wohnen. Und nicht zu Letzt denk ich an unsere gewählten Volksvertreter, die durch alle Parteien hinweg dieser Planung zugestimmt haben. Und an die Presse, von deren Berichterstattung man nur Loblieder über die Windkraft hört. Wie ich über all diese Menschen denke, lasse ich hier unkommentiert....

Weitere Erfahrungsberichte Betroffener finden Sie unter www.opfer.windwahn.de